Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s9.91
Geschichte der indischen Litteratur v3.c22.s9.91
- Language
- German
v3.c22.s9.91
Im engsten Zusammenhang mit der Astronomie wurde von den Indern auch die Mathematik getrieben⁶). Arithmetik und Algebra bilden Teile der astronomischen Werke von Āryabhaṭa, Brahmaputra und Bhāskara. In beiden Zweigen der Mathematik haben es die Inder zu einem ansehnlichen Stand des Wissens gebracht, und zwar aller Wahrscheinlichkeit nach selbständig. Thibaut¹) hat mit Recht darauf hingewiesen, mit welch erstaunlicher Leichtigkeit die Inder von Alters her große Zahlen, ebenso wie verschwindend kleine Zahlenbrüche, handhaben, so daß sie eigene Ausdrücke für höhere Potenzen von 10 bis zu 100 000 Billionen haben, woraus auf die »Schärfe ihres Einblickes in das Zahlensystem« geschlossen werden kann. So können wir verstehen, daß die Inder früher als andere Völker zur Ausbildung des Stellungsziffernsystems gekommen sind, wonach die Stellung eines Zahlzeichens in einer Gruppe sofort dessen dezimalen Wert bezeichnet. Darum hat die Annahme, daß unser Ziffernsystem indischen Ursprungs ist, immer noch viel Wahrscheinlichkeit für sich, wenn auch die gegen sie erhobenen Einwände eine neuerliche Prüfung der Frage erfordern²).