Pramāṇa · Search · About · API

Geschichte der indischen Litteratur v3.c23.101

Geschichte der indischen Litteratur v3.c23.101

Language
German

v3.c23.101

Ein Visionär, ein Ekstatiker und ein glühender Verehrer des Kṛṣṇa war Caitanya, der zwar mehr der Religionsgeschichte als der Litteraturgeschichte angehört, aber einen tiefgehenden Einfluß auf das geistige Leben in Bengalen ausübte³). Er ist im Jahre 1486 in Navadvīpa geboren. Sein eigentlicher Name war Bisambhar (Viśvambhara) Miśra. Im Jahre 1509 wurde er Sannyāsin, als welcher er den Namen Caitanya Deva erhielt. Er machte große Wanderungen und gewann zahlreiche Anhänger. Schon bei Lebzeiten wurde er vom Volk als eine Inkarnation des Gottes Kṛṣṇa angesehen, und sein Bild wird noch jetzt von Vaiṣṇavas in Bengalen und Orissa verehrt. Er selbst hat jede göttliche Verehrung seiner Person zurückgewiesen. Nur im Zustand der Verzückung sagte er bisweilen: »Ich bin Er.« Er starb 1534. Biographien des Caitanya bilden einen wesentlichen Bestandteil der bengalischen Litteratur. Die ersten Aufzeichnungen machte der Schmied Govinda, der den Meister auf seinen Wanderungen begleitete. Er schildert den Caitanya als einen ekstatischen Gottesliebhaber, der Tränenströme vergoß, wenn jemand »Kṛṣṇa, Kṛṣṇa« rief. Teils Dichtungen, teils wirkliche Lebensbeschreibungen sind das Caitanyabhāgavata des Vṛndāvan Dās (1507—1589), das Caitanyacaritāmṛta von Kṛṣṇa Dās (geb. 1517) u. a.¹).

Cites (2)