Geschichte der indischen Litteratur v3.c23.116
Geschichte der indischen Litteratur v3.c23.116
- Language
- German
v3.c23.116
Ein warmer Freund und Anhänger des edlen Rāmmohun Roy und Förderer seines Werkes war Dwārkanāth Tagore³). Dessen Sohn Devendranāth Tagore (1818—1905) schloß sich dem Brāhma-Samāj an und wurde dessen erster Organisator. Er stellte im Jahre 1848 eine Sammlung von Texten aus den Upaniṣads, Manus Gesetzbuch, dem Mahābhārata und einigen anderen Büchern zusammen, die als Grundlage für das Glaubensbekenntnis des Brāhma-Samāj dienen konnten. Dieses Glaubensbekenntnis besteht in dem Glauben an das Brahman als einzigen, ewigen und vollkommenen Gott und Schöpfer der Welt, durch dessen Verehrung allein das Heil in dieser und in jener Welt erreicht werden könne, einer Verehrung, die in der Liebe zu Gott und in der Ausführung der Werke, die Gott liebt, bestehe. Dieser Glaube wurzelt also in der echt indischen Verbindung zwischen dem Monismus der Upaniṣads und dem Theismus der Bhagavadgītā und ist daher — im Gegensatz zu der unter der Führung von Keshub Chunder Sen entstandenen, mehr radikalen Abzweigung des Brāhma-Samāj — konservativ und national. Wenn auch Devendranāth Tagore die Upaniṣads nicht für offenbart hielt, wie die orthodoxen Brahmanen, so erklärte er sie doch für ehrwürdige heilige Bücher, in denen aller Weisheit Grund zu suchen sei.
Cites (4)
- Mānava Dharmaśāstra — Manu & Bhṛgu, Sanskrit
- Mahābhārata — Vyāsa, Sanskrit
- Bhagavadgītā — Vyāsa, Sanskrit
- Upanishads — Sanskrit