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Geschichte der indischen Litteratur v3.c23.72

Geschichte der indischen Litteratur v3.c23.72

Language
German

v3.c23.72

Weitaus der berühmteste unter allen Marāṭha-Sängern ist aber Tukārām¹). Er ist (wahrscheinlich im Jahre 1608) in einem Dorf in der Nähe von Poona geboren und wurde im Jahre 1649, wie die Legende erzählt, in den Himmel des Viṣṇu entrückt. Er hatte früh die Verse des Nāmdev auswendig gelernt und fühlte sich berufen, dessen Werk fortzusetzen. Nicht weniger als 4621 Abhaṅgs werden ihm in der überlieferten Sammlung zugeschrieben²). So sehr hatte er sich gewöhnt, seinen Gott in Versen zu besingen, daß er beinahe in Versen sprach. Seine Lieder sind in aller Mund. Gebildete und Ungebildete erbauen sich an ihnen. Die Bauern im Dekkan, Menschen aller Kasten und aller Glaubensbekenntnisse, singen seine Verse bei Tag auf den Feldern und am Abend, wenn sie beim Lampenschein beisammen sitzen.