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Geschichte der indischen Litteratur v3.c24.s3.77

Geschichte der indischen Litteratur v3.c24.s3.77

Language
German

v3.c24.s3.77

**Zu S. 306 A. 1.** Herr A. Wesselski macht mich auf die Geschichte aufmerksam, die Pausanias (Graeciae descriptio X, 33, 9) erzählt. Schon F. Liebrecht (Jahrbuch für romanische und englische Litteratur 3, 1861, S. 156), Aug. Marx (Griechische Märchen von dankbaren Tieren und Verwandtes, Stuttgart 1889, S. 119), E. S. Hartland (Folklore 3, 1892, 127 ff.) und J. G. Frazer (Pausanias Transl., London 1898, vol. 5, p. 421 f.) haben auf diese Stelle hingewiesen. Aber die griechische Erzählung hat mit der indischen nur das gemein, daß ein Tier, welches ein Kind geschützt hat, für dessen Mörder gehalten und getötet wird. In allen anderen Fassungen ist die Schlange das angreifende, bei Pausanias das schützende Tier. Das Kind bleibt in der indischen und allen anderen Erzählungen am Leben, während es bei Pausanias mit getötet wird. Da das X. Buch der »Beschreibung Griechenlands« zwischen 166 und 180 n. Chr. geschrieben ist (Frazer a. a. O., vol. I, p. XVII), so wäre es chronologisch älter als die indischen Erzählungen. Aber die europäischen Erzählungen stehen alle der indischen viel näher als der griechischen. Wenn daher auch die indische auf die griechische zurückgehen sollte, wären doch die europäischen Erzählungen auf die indische zurückzuführen.