Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c10.s2.t3.7
Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c10.s2.t3.7
- Language
- German
c10.s2.t3.7
Auf alle Bequemlichkeiten muß der Asket verzichten. Er darf weder baden noch sich die Zähne putzen, er muß auf der nackten Erde oder auf einer harten Lagerstatt schlafen, er darf kein Feuer anzünden und sich keine Speise kochen. Seine Nahrung erbettelt er von Jaina-Laien; Nicht-Jainas soll er nicht um Almosen angehen. Der Bettelgang soll nur einmal täglich angetreten werden und hat unter Beobachtung bestimmter Regeln zu erfolgen. So sollen nur Häuser besucht werden, deren Türen offen stehen, und nur Speisen entgegengenommen werden, die der Spender nicht mehr braucht oder erübrigen kann, nicht solche, die für den Bettelnden besonders hergestellt worden sind. Die Spenden bestehen in Reis, Brot, Milchpudding, Süßigkeiten sowie in gekochtem Wasser. Gewöhnlich bettelt nicht jeder Mönch für sich, sondern einer übernimmt diese Arbeit für seine Genossen, damit diese sich ungestört dem Studium oder der Kasteiung widmen können. Die empfangene Speise wird nach dem Upâshraya gebracht und dort geteilt. Andere Gaben als Nahrungsmittel dürfen Asketen nur in begrenztem Umfange annehmen; sie dürfen sich nur ein Kleid, ein Tuch, eine Almosenschale, einen Besen oder ähnliche für ihr asketisches Leben notwendige Dinge geben lassen und müssen diese zu Füßen des Lehrers (bzw. der Oberin) niederlegen; erst wenn ihnen von diesem die Gabe zugesprochen worden ist, dürfen sie sie behalten.