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Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c10.s3.t1.3

Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c10.s3.t1.3

Language
German

c10.s3.t1.3

214 Jahre nach Mahâvîras Nirvâna verkündeten die Schüler des Âshâdha eine „Ununterscheidbarkeitslehre“, nach welcher Asketen und Götter ohne Unterschied zu behandeln seien. Die Aufstellung dieser Lehre erfolgte im Hinblick auf ein eigenartiges Vorkommnis. Âshâdha war in einer Nacht plötzlich gestorben, ohne daß es jemand bemerkt hatte. Als Gott wiedergeboren, ging er sofort in seinen früheren Leichnam ein. Die Schüler erwiesen ihm darauf die üblichen Ehrenbezeugungen, im irrigen Glauben, ihren noch lebenden Lehrer vor sich zu haben. Als der zum Gott Gewordene dann wieder den Leichnam verließ und die Jünger über ihren Irrtum aufklärte, behaupteten letztere seitdem, man könne nie wissen, ob jemand ein der Askese Beflissener oder ein Gott sei. Da sie von ihrer Ketzerei nicht lassen wollten, wurden sie aus der Gemeinde ausgestoßen. Schließlich wurden sie von König Balabhadra wieder zur rechten Ansicht zurückgeführt.