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Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c11.s2.t2.20

Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c11.s2.t2.20

Language
German

c11.s2.t2.20

Die andersgeartete Organisation des Asketentums der Digambaras kommt auch in ihrem Ritual zur Geltung. Der Übergang aus dem Laientum zum Mönchtum und die sukzessive Erlangung der höheren Grade desselben werden durch besondere Zeremonien gekennzeichnet. Das Âdipurâna (38) führt die folgenden Etappen auf, welche der heilige Mann durchläuft: Zuerst tritt beim Laien die Prashânti ein, das Aufgeben des Hängens an den Sinnenobjekten und die Vorliebe für religiöses Studium usw.; dann folgt das Verlassen des Hauses, nachdem das Vermögen zu je 1/3 für fromme Zwecke, für den ältesten Sohn und für die anderen Kinder hingegeben worden ist. Der Fromme wird dann zunächst zum Kshullaka geweiht, als welcher er noch einen Zeugstreifen trägt; schreitet er fort, so gibt er auch diese Kleidung auf und erlangt die „Jinarûpatâ“. Wenn er sich durch Fasten, Kasteiung und Studium hervorgetan, so wird er Guru, steigt er noch höher, so wird er das Haupt der vierfachen Gemeinde. Diese Stellung behält der Heilsucher jedoch nicht bis zu seinem Lebensende bei, sondern er gibt sie schließlich an seinen Schüler ab, um, von aller Amtsbürde befreit, sich ganz der Kasteiung und Meditation zu widmen. In der Versenkung und unter Enthaltung von jeder Nahrung findet er dann den Tod der „Samlekhanâ“, der ihm die Wiedergeburt in einem Götterhimmel verschafft.

Cites (1)