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Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c11.s2.t3.12

Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c11.s2.t3.12

Language
German

c11.s2.t3.12

Die Erstellung (Pratishthâ) eines Jina-Bildes erfordert umfangreiche Vorbereitungen. Zunächst muß der Ort, wo es Platz finden soll, in weitem Umkreis gereinigt werden. Umherliegender Kehricht sowie Exkremente, Knochen, Haare, Nägel, Zähne von Lebewesen jeder Art sind zu entfernen. Sodann ist ein astrologisch günstiger Zeitpunkt für das Stattfinden der Zeremonie zu ermitteln; wenn es nicht möglich ist, einen Moment festzustellen, an dem alle Himmelskörper günstig stehen, so sind Riten auszuführen, welche die Einflüsse unheilverkündender Sterne neutralisieren. Weiterhin sind alle in der Umgegend wohnenden Asketen und Gläubigen von dem Stattfinden der Feier zu benachrichtigen und zu derselben geziemend einzuladen. Vor dem Beginn der Pratishthâ wird das Idol gesäubert und nach dem Orte gebracht, an dem es aufgestellt werden soll; es werden die Töpfe und Utensilien, das Wasser, die Kräuter und was sonst noch für die feierliche Handlung notwendig ist, zum Tempel getragen (wobei Gesang, Tanz und Musik veranstaltet werden kann); im Heiligtum wird ein Altar errichtet, und im Hause des Stifters des Bildes werden segenverheißende Riten ausgeführt.