Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c11.s2.t5.6
Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c11.s2.t5.6
- Language
- German
c11.s2.t5.6
Eine Anzahl der berühmtesten Heiligtümer der Jainas liegen auf Bergen. Der Ashtâpada (Kailâsa) im Himâlaya gilt als der Ort, wo der 1. Tîrthankara, Rishabha, die Erlösung erlangte. Alle seine Nachfolger (außer Vâsupûjya, Arishtanemi und Mahâvîra) gingen auf dem Sametashikhara in das Nirvâna ein. Dieser Berg, der heute zumeist nach dem 23. Jina, Pârshvanâtha, als „Mount Pârasnâth“ bezeichnet wird, liegt im Distrikt Hazâribâgh der Provinz Bihâr. Tausende von Pilgern der weißgekleideten und der nackten Konfession steigen alljährlich zu ihm empor, um in den zahlreichen Tempeln, die seinen Gipfel krönen, ihre Andacht zu verrichten. Der 22. Tîrthankara, Arishtanemi, gelangte auf dem Berge Girnâr (Raivataka) in Kathiâvâr zur Vollendung. In derselben Landschaft, unweit der Stadt Pâlitânâ, liegt der Berg Shatrunjaya („Feindessieg“), auf dem viele Heilige erlöst worden sein sollen. Derselbe gilt vielen Jainas als das segenspendendste von allen Tîrthas. „Allein durch das Berühren des Shatrunjaya werden große Sünder der Himmelswonnen teilhaftig, Leute, die gute Taten vollbrachten, aber erlangen in kurzer Zeit die Vollkommenheit. . . Mit jedem Schritt, mit dem man sich dem Shatrunjaya-Berge nähert, wird man von Sünden, die Tausende von Kotis von Geburten zur Folge haben würden, befreit.“⁸⁶ Girnâr und Shatrunjaya sind berühmt wegen ihrer schönen Tempel. Vor allem gilt dies aber von dem heiligen Berge Râjputânas, dem Âbû. Die schönsten Tempel, gewaltige Prachtbauten aus weißem Marmor, liegen auf demselben bei dem Orte Dilvâra (Deulavâra) und wurden von dem Bankier Vimala Shâ im 11. und den Brüdern Tejahpâla und Vastupâla im 13. Jahrhundert erbaut.