Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c7.s1.2
Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c7.s1.2
- Language
- German
c7.s1.2
Abendländer oft seltsam anmutenden Weise. Trotz dieser Mängel enthalten viele historische Werke der Jainas ein wertvolles Material und es lassen sich aus ihnen brauchbare Informationen gewinnen, wofern an sie die kritische Sonde gelegt wird. Neben den eigentlichen historischen oder pseudo-historischen Schriften sind vielfach auch literarische Werke anderer Art für den Geschichtsschreiber des Jaina-Glaubens von Interesse, weil ihr Inhalt auf gewisse historische Ereignisse anspielt oder den Geist eines bestimmten Zeitalters widerspiegelt. Wichtige chronologische Anhaltspunkte ergeben mitunter Einleitung oder Kolophon eines Werkes, wenn hierin der Stammbaum des Autors, der Name seines Patrons oder ähnliches mitgeteilt wird. Die Listen der Vorsteher der einzelnen Mönchs-Orden, die sog. „Pattâvalis“ enthalten wertvolles Material zur Bestimmung der Lebenszeit hervorragender Persönlichkeiten, freilich ist auch ihre Zuverlässigkeit oft nur gering, weil ihre Verfasser in ihnen vorkommende Lücken nach eigenem Gutdünken ausfüllten und sie bis auf Mahâvîra oder gar dessen Vorläufer Pârshva hin, so gut es ging, vervollständigten. Die Angaben der literarischen Werke der Jainas können wir mitunter kontrollieren und berichtigen an der Hand von Nachrichten in brahmanischen, buddhistischen oder anderen Schriften. Diese Quellen sind allerdings oft von etwas fragwürdigem Wert, weil die Gegner des Jainismus in dem Bestreben, seinen Anhängern allerlei Fehler und Verbrechen anzudichten, sich oft ebensoweit von der Wahrheit entfernen wie seine begeisterten Freunde und Bewunderer.