Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c7.s5.t2.1
Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c7.s5.t2.1
- Language
- German
c7.s5.t2.1
Die Eroberung Indiens durch die Mohammedaner, welche im Jahre 712 mit der Errichtung eines islâmischen Staates in Sindh einsetzte und seit den Invasionen Mahmûd von Ghaznîs (1001) und Mohammed Ghorîs (1175) in schneller Folge vor sich ging, setzte die Jainas denselben Verfolgungen und Bedrückungen durch die neuen Machthaber aus, wie die Hindus. So verübten die Heere Alâ-ud-dîn Muhammad Shâh Khiljîs, die 1297—1298 Gujarât durchzogen, dort viele Grausamkeiten, die heute noch in der Erinnerung fortleben. Heilige Bilder wurden entweiht, Tempel zerstört oder in Moscheen umgewandelt, Bücher verbrannt, Schätze geraubt und viele Jainas getötet. Ähnliche Greueltaten wurden von den fanatischen Muselmanen auch im Dekhan und im Süden vollführt, als sie die dravidischen Staaten zertrümmerten. Die Jainas hatten unter diesen schweren Zeitläuften stark zu leiden, und ihre schon durch die zahlreichen Bekehrungen zum Shiva- und Vishnu-Glauben zusammengeschmolzene Zahl verringerte sich immer mehr. Vor dem Fanatismus der Muselmanen konnten sie sich nur dadurch retten, daß sie sich in die Verborgenheit flüchteten. Ihre Bibliotheken brachten sie in unterirdischen Gewölben unter, zu welchen nur wenige Eingeweihte Zutritt hatten, und in ihren heiligen Stätten mußten Bauten, die den Gräbern islâmischer Heiliger ähnlich waren, den Fanatismus der Muslime abhalten.