Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c7.s5.t3.4
Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c7.s5.t3.4
- Language
- German
c7.s5.t3.4
Kennzeichnend für das Verhalten, das die Hindu-Herrscher der Râjputen den Jainas gegenüber einnahmen, sind die Gunstbezeugungen, die ihnen die Fürsten der Sesodiya-Dynastie von Udaipur erwiesen. Seit jeher liehen diese Rânâs von Mevâr ihnen ihren Schutz und erteilten ihnen viele Privilegien. Die Jainas zeigten sich ihrerseits stets als treue Diener des Herrscherhauses. Als Pratâp Singh I. (1572—1597) von Kaiser Akbars Truppen geschlagen worden war und sich sein fliehendes Heer aufgelöst hatte, opferte ein Jaina seinen Reichtum, um ein neues Heer zu werben. Er setzte dadurch den Rânâ in den Stand, den Feldzug fortzusetzen und zu einem siegreichen Ende zu führen. Die Fürsten haben den Jainas ihre Dankesschuld durch Gewährung von mancherlei Freiheiten abgetragen. So erließ der Mahârânâ Râj Singh 1693 ein Edikt, durch welches er verbot, Tiere auf Jainas gehörigen Grundstücken zu schlachten, und bestimmte, daß jedes Wesen, das den Bezirk ihrer heiligen Stätten beträte, geschützt sein solle, und zwar nicht nur Tiere, die zur Schlachtbank geführt werden sollten, sondern auch Verbrecher, die dem Arm der Gerechtigkeit entronnen. Mahârânâ Jay Singh ordnete in einer in einer Säule in Bakrole eingegrabenen Inschrift an, daß in den vier Regenmonaten vom 11. des Monats Âshâdha (Juni) bis zum Vollmond des Âshvina (September) niemand die Wasser eines Sees austrocknen, eine Ölmühle arbeiten lassen und einen Topf herstellen dürfe, auf daß kein lebendes Wesen während dieser Jahreszeit, zu welcher das Leben überall hervorsprießt, verletzt werde⁵⁶.