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Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c8.7

Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c8.7

Language
German

c8.7

Das älteste uns erhaltene Sprachdenkmal der arischen Inder sind die Hymnen des Rigveda. Die Sprache, in der sie abgefaßt sind, war jedoch zweifellos nicht die zur Zeit ihrer Entstehung im Panjâb allgemein gebrauchte Umgangssprache, sondern eine Dichtersprache, die in priesterlichen Kreisen gepflegt wurde. Durch ihren literarisch-künstlerischen Schliff wich sie ab von den im täglichen Verkehr gebrauchten Mundarten der arischen Stämme, die, wenn auch nahe miteinander verwandt, doch schon dialektisch differenziert gewesen sein mögen. Das in den älteren Hymnen des Rigveda enthaltene Sanskrit erfuhr in den Liedern des 10. Buches dieses ältesten Werkes der indischen Literatur sowie in einzelnen Teilen der andern Veden und weiterhin in den auch noch zur Offenbarung gerechneten Ritualwerken (Brâhmana) und theosophischen Traktaten (Âranyaka und Upanishad) sowie den theologischen Lehrbüchern (Sûtra) eine weitere Ausbildung. Das Sanskrit dieser letztgenannten Gruppen von Prosawerken wurde von dem berühmten Grammatiker Pânini (4. Jahrh. v. Chr.?) grammatisch fixiert und gewann dadurch die feste Gestalt, die es bis auf den heutigen Tag im wesentlichen behalten hat. Das Sanskrit der nationalen Epen und der klassischen Literatur richtet sich zumeist nach diesem Standard. Dadurch ist es zwar in seiner Reinheit erhalten geblieben, entfernte sich aber immer mehr von der Umgangssprache und wurde zu einer Hochsprache, die nur von Gebildeten gebraucht und verstanden werden konnte.

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