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Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c8.s1.t2.79

Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c8.s1.t2.79

Language
German

c8.s1.t2.79

Die einzelnen kanonischen Werke stammen nach den Angaben der Shvetâmbaras selbst aus ganz verschiedenen Zeiten. Während die Angas, die Upângas und andere Bücher auf die Ganadharas, vornehmlich auf Sudharmâ zurückgehen sollen, der die Worte Mahâvîras in literarische Form brachte, werden manche Werke späteren Autoren zugeschrieben. So soll das 4. Upânga, Prajnâpanâ, von Âryashyâma herrühren, der mit Kâlakâcârya identifiziert wird (1. Jahrh. v. Chr., s. S. 43), das Nandîsûtra soll von Devarddhi (5. Jahrh. n. Chr.), das Anuyogadvârasûtra von Âryarakshita (1. Jahrh. n. Chr.), das Catuhsharana von Vîrabhadra, das Dashavaikâlikasûtra von Shayyambhava verfaßt sein, letzteres zu dem Zwecke, um einem jungen Asketen, dessen Tod in sechs Monaten zu erwarten stand, den Kern der Lehre in kürzester Zeit zu übermitteln. Auf Bhadrabâhus (300 n. Chr.) Urheberschaft am 4. Chedasûtra wurde bereits hingewiesen, an anderen Texten dieser Gruppe soll er ebenfalls beteiligt gewesen sein¹, und Haribhadra (8. Jahrh. n. Chr.) soll das Mahânishîtha umredigiert haben. Der heutige Kanon stammt also aus verschiedenen Zeiten und von verschiedenen Personen; er ist nicht der Niederschlag des Denkens einer bestimmten Periode, sondern die Arbeit vieler Generationen.

Cites (6)