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Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c8.s2.t1.3

Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c8.s2.t1.3

Language
German

c8.s2.t1.3

Der erste Dogmatiker der Jainas, der das gesamte System in kurze Lehrsätze nach der Art der brahmanischen Philosophen zusammendrängte, war, soviel wir wissen, Umâsvâti. Er schrieb das berühmte Tattvârthâdhigama-Sûtra, den „Leitfaden zum Erfassen des Sinns der Grundwahrheiten“. Dieses Werk gilt beiden Konfessionen als eine autoritative Darstellung ihres Glaubens. Shvetâmbaras wie Digambaras nehmen den berühmten Mann als den ihrigen für sich in Anspruch. Wie Jacobi gezeigt hat, war er aber wahrscheinlich ein Shvetâmbara, da nur die Mitglieder der weißgekleideten Kirche den von ihm selbst zu seinem Werke geschriebenen Kommentar anerkennen, während die Digambaras anderen Erläuterungsschriften den Vorzug geben. Der Umstand, daß die beiden Religionsparteien Umâsvâti gleicherweise als Meister verehren, zeigt, daß zu seiner Zeit der Gegensatz zwischen den beiden Richtungen noch nicht so scharf hervortrat, wie dies später der Fall war. Die Zeit Umâsvâtis steht nicht genau fest. Die Jainas selbst lassen ihn um die Zeit des Beginns unserer Zeitrechnung leben, wahrscheinlich ist er aber erst in das 4. oder 5. Jahrh. n. Chr. zu setzen²⁰.

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