Pramāṇa · Search · About · API

Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c8.s2.t2.29

Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c8.s2.t2.29

Language
German

c8.s2.t2.29

Auch auf dem Gebiete der Gedankenlyrik unterscheiden sich die Schöpfungen der Jaina-Dichter vielfach nicht von denen der Poeten anderer Religionen. Dies erklärt die merkwürdige Tatsache, daß es eine Reihe von Dichtungen dieser Art gibt, deren Verfasser von den Jainas als Jainas betrachtet werden, während die Anhänger anderer indischer Glaubenslehren ihre Zugehörigkeit zu ihrer eigenen Sekte behaupten. Dies ist z. B. bei dem Kurral des tamilischen Webers Tiruvalluvar der Fall, der früher in das 8., jetzt meist in das 1. oder 2. Jahrhundert unserer Zeitrechnung gesetzt wird. Der Kurral enthält 2660 kurze Strophen, die von den drei Lebenszielen: Tugend, Nutzen, Liebe handeln. Da jeder Hinweis auf das Dogma einer bestimmten Religion fehlt, ist es verständlich, daß Vishnuiten, Shivaiten und Buddhisten in gleicher Weise wie die Jainas den Anspruch erheben, das Werk sei von einem Bekenner ihrer Lehre verfaßt. B. Seshagiri Sastriar und M. S. Ramaswami Ayyangar glauben, daß sich in einigen Strophen des Kurral tatsächlich Hinweise dafür finden, daß sein Verfasser ein Jaina war, eine Gleichsetzung desselben (der bei den Jainas auch Elâcârya heißt) mit Kundakunda ist aber wenig wahrscheinlich 50.

Linked texts (1)