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Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c9.s2.t2.14

Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c9.s2.t2.14

Language
German

c9.s2.t2.14

Die Zeit bedingt die in anderen Substanzen vor sich gehenden Veränderungen, sie macht Neues alt und Altes neu. Ebenso wie der Stein, den der Töpfer unter seine Scheibe legt, die Bewegung derselben durch sein bloßes Vorhandensein erst ermöglicht, ohne sie zu verursachen, so unterstützt auch die Zeit durch ihr Dasein die Veränderungen, welcher die Substanzen unterliegen. Im höchsten Sinne ist sie ein Continuum ohne Anfang, ohne Ende, ohne Teile. Vom Standpunkt der gewöhnlichen Erfahrung aus betrachtet aber besteht sie aus unendlich vielen Momenten, von denen einer gegenwärtig ist, die anderen entweder der Vergangenheit oder der Zukunft angehören. Da sie im Gegensatz zu allen anderen Substanzen keine Raumpunkte (pradesha) besitzt, wird sie von manchen Jaina-Philosophen nicht zu den Substanzen (dravya) gezählt. Andere betrachten sie als eine Substanz, lehren aber, daß ihre unzähligen Atome gleich auf einem Haufen liegenden Juwelen in je einem Punkt des Weltraums nebeneinanderruhen, ohne je miteinander vermischt werden zu können⁹. Jedenfalls ist sie kein „Astikâya“, d. h. sie gehört nicht zu den Seinsklassen, die zählbare, unzählbare oder unendlich viele Raumpunkte einnehmen, wie der Jiva und die anderen vier ungeistigen Substanzen.