Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c9.s2.t2.15
Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c9.s2.t2.15
- Language
- German
c9.s2.t2.15
Die Jainas besitzen eine besondere Zeiteinteilung¹⁰. Die kleinste Zeiteinheit ist der Moment (Samaya), d. h. die Zeit, während welcher ein Atom sich bei langsamster Bewegung um seine eigene Länge fortbewegen kann. Unzählige Samayas bilden eine Âvalikâ, 16 77 216 Âvalikâs sind ein Muhûrta (48 Minuten). 30 Muhûrtas ergeben ein Ahorâtra (Tag und Nacht), 15 Ahorâtras einen Paksha (Halbmonat), 2 Pakshas einen Mâsa (Monat), 2 Mâsa einen Ritu (Jahreszeit), 3 Ritus ein Ayana (Semester), 2 Ayana einen Samvatsara (Jahr). 8400000 Jahre sind ein Pûrvânga, 8400000 Pûrvângas ein Pûrva (also 8400000² Jahre). Es werden dann noch eine Reihe von großen Zeitmaßen angenommen, bis schließlich eine 77stellige Zahl erreicht worden ist. Darüber hinaus ist die Zeit nicht mehr bestimmbar, sondern nur noch durch Vergleiche vorstellbar. Die Zeit, welche erforderlich ist, um einen Kornbehälter von einem Yojana Durchmesser und Höhe, der mit zarten Härchen gefüllt ist, welche innerhalb von einer Woche neu wachsen, vollständig zu leeren, wenn alle hundert Jahre nur ein Härchen herausgenommen wird — diese Zeit heißt „Palyopama“. 10 Kotikotis (1000000000000000) von Palyopamas sind ein „Sâgaropama“, 10 Kotikotis von Sâgaropamas eine „Utsarpinî“ (aufsteigende Zeitperiode) oder, was sich gleich bleibt, eine „Avasarpinî“ (absteigende Zeitperiode). Unendlich viele solcher in ständigem Wechsel einander folgenden auf- und absteigenden Zeitperioden bilden einen Pudgalaparâvarta.
Cites (2)
- Muhūrta
- Nṛsiṃhapūrvatāpanīyopaniṣad — Sanskrit