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Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c9.s2.t3.77

Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c9.s2.t3.77

Language
German

c9.s2.t3.77

Bei jeder Betätigung attrahiert die Seele innerhalb ihres Bereiches feine Stoffe, die zu Karma werden können, und nimmt sie in sich auf. Die aufgenommenen Stoffe werden dann in ihr zu den 8 Arten des Karma, so wie die bei einer Mahlzeit genossenen Speisen sich in Blut und die anderen Körpersäfte umwandeln. Der auf eine Hauptart entfallende Anteil an Karma-Stoff verteilt sich dann weiter auf seine Unterarten. Die Menge von Stoff, die auf die verschiedenen Karma-Arten entfällt, ist sehr verschieden: die Jainas machen hierüber genaue Angaben, die mitzuteilen hier zu weit führen würden. Ausführlich wird namentlich die Frage behandelt, wieviel Raumpunkte (Pradesha) die zu Karma gewordenen Stoffe in der Seele einnehmen. So wird gelehrt, daß die Zahl der Pradeshas, die auf eine Karma-Art entfallen, desto größer ist, je geringer die Zahl der Karma-Arten ist, unter welche ein Stoffstück verteilt werden muß, und je höher organisiert die Seele ist, welche das Karma assimiliert. Ein vollständig entwickeltes, denkendes Wesen nimmt mehr Stoff in sich auf, als ein nur unvollkommen entwickeltes Geschöpf mit nur einem Sinn. Ist diese große Stoffmenge nun gar noch, wie dies bei frommen Menschen der Fall ist, nur unter ganz wenige Karma-Arten zu verteilen, weil die meisten Karmas von den betreffenden Menschen gar nicht mehr hervorgerufen werden, so entsteht natürlich bei jeder von diesen Karma-Arten eine größere Anzahl von Pradeshas, als wenn der gleiche Stoff auf eine größere Zahl von Karma-Arten zu verteilen wäre. Dies zeigt, daß die Quantität des Stoffes, der von der Seele assimiliert wird und der auf die einzelnen Karma-Arten entfällt, keinen Einfluß hat auf die Qualität der Seele.