Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c9.s3.t2.66
Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c9.s3.t2.66
- Language
- German
c9.s3.t2.66
5. Geduldiges Ertragen der 22 Mühsale (Parishaha), welche den Mönch entweder unmittelbar belästigen oder ihn vom Heilswege abbringen drohen. Die Mühsale sind: Hunger, Durst, Kälte, Hitze, Stechfliegen (welche alle bei der Meditation stören), Nacktheit bzw. schlechte Kleidung, ungemütliche Umgebung, Weiber, das unangenehme Wanderleben, die Unbequemlichkeiten des Meditationsortes, harte Lagerstätten, Scheltworte (die gegen den Mönch, die Lehre usw. laut werden), Mißhandlung, die Unwürdigkeit des Bettelns (die besonders von Leuten empfunden wird, die früher reich waren), Mißerfolg beim Betteln, Krankheit, das Stechen der Grashalme (auf denen der nackte Asket steht oder liegt), Körperschmutz (der Mönch darf sich und seine Kleidung nicht in fließendem Wasser waschen, sondern höchstens in solchem, das ihm gegeben wird), Ehrfurchtsbezeugungen (er muß gleichgültig gegen sie sein), Wissensdünkel, Niedergeschlagenheit über die eigene Unwissenheit, Glaubenszweifel.