Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c9.s5.t2.52
Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c9.s5.t2.52
- Language
- German
c9.s5.t2.52
Zu Shreyânsas Zeit lebte in Potanapura König Ripupratishatru. Dessen Gemahlin Bhadrâ träumte einst, als sie schwanger war, vier von den berühmten Träumen und gebar dann später einen Sohn Acala, den 1. Baladeva. Später schenkte sie ihrem Gatten noch eine Tochter Mrigavatî. Zur Jungfrau herangeblüht, erstrahlte das Mädchen in so großer Schönheit, daß der Vater sich in sie sterblich verliebte und den Entschluß faßte, sie zu heiraten. Um der beabsichtigten Ehe eine gesetzliche Grundlage zu geben, berief er eine große Versammlung ein und richtete an die Anwesenden die Frage: „Wem gehört ein Edelstein, der in meinem Lande gefunden wird?“ Man antwortete ihm, er sei Herr des Landes und deshalb Besitzer von allem, was es hervorbrächte. Als er seine Frage noch zweimal wiederholt und dieselbe Antwort erhalten hatte, heiratete er Mrigavatî nach dem Gandharvenritus (d. h. ohne weitere Feierlichkeit) zum Entsetzen seiner Untertanen, die ihn fortan Prajâpati*) nannten. Bhadrâ war über die Handlungsweise ihres Gemahls so entrüstet, daß sie nach dem Dekhan auswanderte, begleitet von Acala, der dort die Stadt Mâheshvarî erbaute, wo die Mutter blieb, während er selbst nach Potanapura zurückkehrte.