Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c9.s5.t2.72
Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c9.s5.t2.72
- Language
- German
c9.s5.t2.72
Der 4. Cakravartî, Sanatkumâra, der nach ihm lebte, wurde in Hastinâpura als Sohn des Königs Ashvasena und der Sahadevî geboren. In allen Künsten und Wissenschaften unterrichtet, wuchs er zusammen mit seinem Freunde, dem Prinzen Mahendrasinha, auf. Als er einst an einem schönen Frühlingstage auf seinem ihm erst kürzlich geschenkten und, was er nicht wußte, verkehrt dressierten Rosse „Meereswoge“ ausritt, ging dieses mit ihm durch, so daß er von seinen Begleitern getrennt und in die Nähe des Mânasa-Sees versetzt wurde. Hier erlebte er zahlreiche Abenteuer, hatte viele Kämpfe zu bestehen, heiratete eine große Zahl von schönen Frauen und wurde zum Kaiser der Vidyâdharas gesalbt. Schließlich wurde er von Mahendrasinha wieder aufgefunden und kehrte mit ihm in die Heimat zurück. Nachdem sein Vater Mönch geworden, herrschte er dort als Cakravartî und erfreute sich des Besitzes der sechsteiligen Erde, gebadet im Nektar unvergleichlichen Glückes. Als er alt geworden war, kamen einst zwei als Brahmanen verkleidete Götter zu ihm, um die weitberühmte Schönheit seines Leibes zu bewundern, nahmen aber wahr, daß sein Körper welk geworden war. Als er dieses dann auch selbst bemerkte, wurde er des Weltlebens überdrüssig und nahm die Weihen. Als Asket ertrug er geduldig alle Krankheiten, die infolge der ungewohnten Lebensweise an ihm zum Ausbruch kamen, obwohl er sie hätte heilen können. Schließlich fastete er sich, 300 000 Jahre alt, auf dem Sameta-Berge zu Tode und wurde im Sanatkumâra-Himmel wiedergeboren, von wo er einst herabsteigen wird, um als ein König von Videha die Erlösung zu erreichen 66.