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Der Jainismus: Eine indische Erlosungsreligion c9.s5.t2.78

Der Jainismus: Eine indische Erlösungsreligion c9.s5.t2.78

Language
German

c9.s5.t2.78

Der 8. Cakravartî, Subhûma (Subhauma) der nach ihnen lebte, war ein Sohn des Königs Kritavîrya und seiner Gattin Târâ. Seine Lebensgeschichte ist aufs engste mit der Parashurâma-Sage der Jainas verknüpft, die wieder in andere Sagenkreise übergreift. Zwei Götter stritten sich darüber, ob der Jaina- oder der Shaiva-Glaube der richtige sei; um festzustellen, wer von ihnen recht habe, beschlossen sie zwei Büßer dieser beiden Religionen zu prüfen. Nachdem ein Jaina die Probe glänzend bestanden hatte, begaben sie sich zu dem Brahmanen Jamadagni und setzten sich, in Sperlinge verwandelt, in dessen Bart. In ihrer Unterhaltung sprachen sie davon, daß Jamadagni ein großer Sünder sei, weil er Askese übe, ohne zuvor einen Sohn erzeugt zu haben. Durch diese Worte wurde Jamadagni so verblendet, daß er ein Weib zu freien begehrte — wodurch die geistige Unsicherheit der brahmanischen Asketen und die Überlegenheit der Jaina-Sâdhus schlagend dargetan wurde. Unter dem Einfluß seiner Begierden begab sich Jamadagni zu dem König Jitashatru und bat ihn um eine seiner hundert Töchter. Als die Mädchen den mageren Almosenempfänger kommen sahen, spuckten 99 von ihnen vor ihm aus und weigerten sich, den Büßer zu heiraten. Ergrimmt hierüber verfluchte Jamadagni sie, so daß sie alle bucklig wurden. Die hundertste Tochter aber, Renukâ, erklärte sich bereit, den häßlichen Alten zum Mann zu nehmen. Jamadagni heiratete sie, nachdem er die anderen Mädchen gesund gemacht hatte, und zog mit ihr in den Wald, wo er sich welken Leibes, aber unverwelklicher Begierde voll, mit ihr in Liebe vergnügte. Als die Zeit der Regel der Renukâ herannahte, machte der Büßer einen Topf mit Opfermus zurecht und gebot der jungen Frau, den Inhalt zu genießen, da sie dann einen mit allen Brahmanentugenden gezierten Sohn gebären würde. Auf Renukâs Bitten stellte er noch eine zweite Speise für ihre Schwester, die Gemahlin des Königs Anantavîrya von Hastinâpura her, damit diese einem ausgezeichneten Kshatriya-Knaben das Leben schenke. Renukâ aber dachte bei sich, es sei besser, einen starken, kriegerischen Sohn zu haben, als einen, der als ein Büßer gleich den Tieren des Waldes in der Wildnis lebe. Sie vertauschte deshalb die Töpfe. Da wurde nach einiger Zeit Râma als Sohn der Renukâ und Kritavîrya als Sohn der Schwester geboren. Râma wurde ein starker Kriegsheld und erhielt von einem Vidyâdhara ein zauberkräftiges Beil (parashu); er wurde deshalb Parashurâma genannt.