Die Religion des Veda c5.s3.11
Die Religion des Veda c5.s3.11
- Language
- German
c5.s3.11
Lieder anderseits, die nach Art der ṛgvedischen den ausführlicheren Preis eines einzelnen Gottes enthalten, sind verhältnismäßig selten; der vornehmste, vom Somaopfer dargebotene Anlaß zur Abfassung solcher Lieder war, wie wir schon bemerkten (S. 7), im wesentlichen erschöpft. In denen, die sich doch finden — wie dem großen und schönen Lied an die Erde (XII, 1) oder der Reihe zusammengehöriger Lieder an Agni, Indra, Vāyu und andere Gottheiten (IV, 23 ff.) — fühlt man deutlich gegenüber den Hymnen des Ṛgveda ein Anderswerden der Denkweise, der ganzen Färbung, welche die Göttergestalten tragen. Es herrscht ein rationalistischerer Ton, glattere und fließendere Verständlichkeit, unmittelbarerer Zusammenhang mit dem Wirklichen, Sichtbaren. Jener Hymnus an die Erde nennt was die Erde trägt mit einer Ausführlichkeit, die im Ṛgveda kaum denkbar wäre: Berg und Tal und Ebene, Kräuter von mancherlei Kraft, die Bäume, die Waldesherren, welche feststehen immerdar, und das Getreide, Reis und Gerste, das auf der regengeschwellten Erde wächst; da gibt es Gesang und Tanz; da gibt es Kampf und die Trommel ertönt; da schweifen die Tiere des Waldes, die Löwen, die menschenfressenden Tiger und auch die bösen Dämonen; geflügelte Vögel fliegen umher; Matariśvan der Wind erregt Dünste und schüttelt die Bäume.
Linked texts (1)
- Atharvavedasaṃhitā — Atharvan & Aṅgiras, Sanskrit