Die Religion des Veda c5.s3.8
Die Religion des Veda c5.s3.8
- Language
- German
c5.s3.8
Was weiter die Rolle anlangt, welche die höheren Götter in der Atharvanpoesie spielen, so gilt im ganzen auch hier, was schon in bezug auf die Sprüche des Yajurveda bemerkt wurde: so oft die Götter auch genannt werden, pflegt doch ihre eigentliche Natur meist nur in sehr oberflächlicher oder gar keiner Beziehung zum Inhalt der Anrufung zu stehen. Es handelt sich eben überwiegend um Zwecke des täglichen Lebens und um uralte auf deren Erreichung gerichtete Zauberriten, die mit den Vorstellungen etwa von Indra oder den himmlischen Lichtgöttern von Hause aus nichts zu tun haben, zum Teil gewiß älter als diese sind. Natürlich bemühte man sich doch eine möglichst große Anzahl himmlischer Helfer für den jedesmaligen Zweck günstig zu stimmen; und so ist hier die gleichzeitige Anrufung einer Menge von Gottheiten das Regelmäßige, während die langen Lobpreisungen der ṛgvedischen Hymnen sich jedesmal nur an eine einzelne zu richten pflegen. „Himmel und Erde haben mich gesalbt, gesalbt hat mich Mitra hier;