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Die Religion des Veda c5.s5.9

Die Religion des Veda c5.s5.9

Language
German

c5.s5.9

Um zuvörderst bei der Sprache zu bleiben, kann man in der Tat behaupten, daß die der älteren Vedalieder der Sprache gewisser Teile des Awesta in mancher Beziehung näher steht als etwa der Sprache des Mahābhārata oder des Kālidāsa. Begründet der Lautwandel eine Kluft zwischen Veda und Awesta, die doch kaum tiefer ist als etwa die zwischen zweien der einander fernerstehenden griechischen Mundarten oder zwischen dem Althochdeutschen und Altniederdeutschen, so verbindet beide Sprachen die Übereinstimmung der syntaktischen Grundverhältnisse, die gleichartige Einfachheit des Satzbaus, der im wesentlichen identische Wortschatz: die vedische Diktion hat eine erhebliche Reihe ihrer Lieblingsausdrücke wohl mit der awestischen, aber nicht mit der späteren indischen gemein. Es kommt die nahe Verwandtschaft der metrischen Form und überhaupt des poetischen Charakters hinzu. Wenn man bemerkt hat, daß sich ganze Awestastrophen allein auf Grund der vergleichenden Lautlehre ins Vedische übersetzen lassen¹), so darf dies dahin ausgedehnt werden, daß eine solche Übertragung oft nicht allein korrekte vedische Worte und Sätze ergeben würde, sondern Verse, aus denen die Seele vedischer Dichtkunst zu sprechen scheint²).

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