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Die Religion des Veda c6.s1.18

Die Religion des Veda c6.s1.18

Language
German

c6.s1.18

Es ist nicht nötig, weitere Detailzüge zu sammeln: was hier die ursprüngliche Vorstellung, was sekundäre Umgestaltung ist, scheint klar. Ursprünglich ist Agni das mit göttlicher Seele ausgestattete Element, dann erst ein Idealwesen, das auch vom Element losgelöst denkbar ist. Muß eben hier, wie wir bemerkten, der Widerspruch zwischen der Vielheit der konkreten Feuer und der Einheit des Gottes diese Loslösung befördern, so kommt in anderen Fällen die Identität des Gottes mit dem Naturphänomen ungestört zur Erscheinung: so bei Sūrya der Sonne, Uṣas der Morgenröte, bei denen der einzigartigen Gottheit ein einzigartiges Naturwesen entspricht¹), oder bei Āpas den Wassern, deren natürliche Vielheit in der pluralischen Natur der Gottheit festgehalten wird²). Wo die Morgenröte scheint, sieht der vedische Inder die leuchtende Göttin, die ihren Busen enthüllt; wo die Sonne aufgeht, sieht er den fernhin sichtbaren Gott Sūrya; wo die Wasser fließen, ziehen die rastlosen Göttinnen einher; der Dichter, der von heilsamem Wassertrunk spricht, sagt, daß die Āpas, die Göttinnen, heilsam zu trinken sind³).