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Die Religion des Veda c6.s1.27

Die Religion des Veda c6.s1.27

Language
German

c6.s1.27

Ein weiteres Beispiel der Getrenntheit vedischer Götter von ihrem Natursubstrat sei hier nur kurz berührt: die beiden Aśvin, die indischen Dioskuren. Vermutlich sind diese ihrer ursprünglichen Bedeutung nach der Morgenstern und Abendstern¹. Im Veda aber sind sie zwei strahlende Jünglinge, die morgens auf ihrer himmlischen Bahn zusammen einherfahren und den Menschen in allerlei Bedrängnissen Hilfe bringen: ganz wie Mitra und Varuṇa menschenähnlich gewordene Idealgestalten mit einem Rest von Attributen, die der ursprünglichen Naturbedeutung entstammen, von dieser aber so weit losgelöst, daß ihre Attribute, wie sie im Veda vorliegen, jener Bedeutung teilweise direkt widersprechen: wie Mitra und Varuṇa, Sonnen- und Mondgott, die Sonne zum Auge haben, so ziehen beide Aśvin, der Morgen- und Abendstern, über den morgendlichen Himmel hin.