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Die Religion des Veda c6.s1.9

Die Religion des Veda c6.s1.9

Language
German

c6.s1.9

Für die zweite Auffassung tritt schon der Name Agni ein; der Gott heißt „Feuer“. Wo Feuer ist, ist er; wo kein Feuer ist, finde ich kaum, daß der Ṛgveda den Gott als gegenwärtig vorstellt. Ist von dem in den Wassern oder Pflanzen verborgenen Agni die Rede, so ist der Gott darum nicht vom Feuer abgelöst; das Feuer ist dann eben als im Wasser oder im Holz latent enthalten gedacht¹. Wer durch die Reibhölzer das Opferfeuer hervorbringt, erzeugt nicht zuerst das ungöttliche Element und ruft dann den Gott in jenes einzugehen, sondern er erzeugt den Gott oder bringt ihn zur Geburt. „Den Agni haben die Männer mit Andacht in den Reibhölzern erzeugt durch der Hände Bewegung, den gepriesenen.“ „Den Unsterblichen haben die Sterblichen erzeugt.“ „Reibt, ihr Männer, den Weisen ohne Falsch, den kundigen, unsterblichen, schöngesichtigen; des Opfers Banner, den ersten vorne, den Agni, ihr Männer, erzeugt, den gnädigen²).“ Wendungen, die Agni menschliche Gestalt beilegen, finden sich denn auch wesentlich spärlicher und weniger ausgeprägt als etwa bei Indra: man sieht eben Agnis Körper vor Augen und sieht, daß er dem menschlichen Körper nicht gleicht.