Die Religion des Veda c6.s2.2
Die Religion des Veda c6.s2.2
- Language
- German
c6.s2.2
Ebenso klar ist aber, daß auch andere, äußerlichere Momente zur Hervorbringung der Göttervielheit mitwirken konnten. Sprachliche Synonyma konnten synonyme Götter ergeben. Der Wind heißt *vāyu* oder auch *vāta*. Vielleicht wurde einmal der Windgott hier mit diesem, dort mit jenem Namen benannt. Im Veda, ja wohl schon im indoiranischen Glauben stehen die Götter Vāyu und Vāta nebeneinander, keineswegs vertauschbar, die gemeinsame Grundwesenheit mit deutlicher Nuancierung ausprägend¹). Der Gott Gebetsherr²) heißt im Ṛgveda — dort noch ohne Unterschied — bald Bṛhaspati, bald Brahmaṇaspati, mit zwei nur ganz äußerlich durch Herantreten oder Nichtherantreten eines gleichgültigen Suffixes (*-man*) an dieselbe Wurzel (*brah-* oder *bṛh-*) unterschiedenen, auf das sichtbarste als gleichbedeutend charakterisierten Namen. In den jüngeren Veden entwickelt sich daraus eine Unterscheidung: bei gewissen Anlässen hat man dem Bṛhaspati, bei anderen Brahmaṇaspati zu opfern³).
Linked texts (3)
- Taittirīyasaṃhitā — Sanskrit
- Nirukta — Yāska, Sanskrit
- Bṛhaddevatā — Śaunaka, Sanskrit