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Die Religion des Veda c6.s2.41.3

Die Religion des Veda c6.s2.41.3

Language
German

c6.s2.41.3

Aber das Wasser erweist sich auch durch Betrachtungen man kann sagen naturwissenschaftlicher Art, die dann zur Quelle von Mythen werden, als Ursprungsort des Feuers: in der Tiefe der Wasser wohnt das Feuerwesen. So gelangt das „Wasserkind“ (*apāṃ napāt*), ein allem Anschein nach ursprünglich allein auf das Wasser bezüglicher Dämon, dazu mit Agni zu verschmelzen. Agni anderseits gerät, indem das irdische Feuer als mit dem himmlischen Sonnenfeuer identisch aufgefaßt wird, in den um die Sonne sich bewegenden Gedankenkreis. Auf vielen Gebieten, nirgends aber stärker als in der Agnimythologie, wiederholt sich immer dasselbe, daß das Nachdenken über den Naturzusammenhang der mannigfachen Wesenheiten die eine als verborgen in der anderen enthalten herausstellt. So gewinnt allmählich, hinzutretend zu dem gewissermaßen naturwüchsigen Verschwimmen der Typen, eine bewußte Tendenz des Identifizierens alles scheinbar Verschiedenen immer mehr an Bedeutung. Indem man das verborgene Wesen eines Gottes in seiner ganzen Tiefe und Vielseitigkeit zu entfalten sucht, gefällt man sich immer mehr darin es auszusprechen, daß dieser Gott auch das ist was ein anderer Gott ist. Die oberflächlichste Berührung — und manchmal noch weniger — genügt, den Sänger sagen zu lassen: „Du, Agni, bist Varuṇa, wenn du geboren wirst. Du bist Mitra, wenn man dich entflammt. In dir, Sohn der Kraft, weilen alle Götter. Du bist Indra für den Sterblichen, der dir dient.