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Die Religion des Veda c6.s2.6

Die Religion des Veda c6.s2.6

Language
German

c6.s2.6

Wenn solche recht klar liegende Fälle veranschaulichen, wie sprachliche Differenzierung zu mythologischer und kultischer Differenzierung führen kann, wird man doch, meine ich, gut tun, sich vor zu weit getriebenem Glauben an die Verbreitung dieses Vorgangs zu hüten. Wer dazu neigt, Götter, die nach ihrem Namen bestimmte Typen des Handelns oder die Herrschaft über bestimmte Funktionen und Gebiete des Daseins zu repräsentieren scheinen, in Naturgottheiten wie Sonne und Mond umzudeuten, hat hier ein bequemes, aber, wie ich glaube, gefährliches Hilfsmittel in der Hand. Den Gott „Erreger“ macht er so zum Sonnengott: die Sonne sei hier als alles Leben, alle Bewegung erregend benannt. Der Gott „Gebetsherr“ wird als Mondgott und als Gott des den Mond (angeblich) repräsentierenden Zauberfeuers hingestellt: der Mond sei hier angesehen als eng verbunden mit dem Geist, dem über Gebet, Zauber, Beschwörung waltenden. Ich glaube demgegenüber daran festhalten zu müssen, daß das Wesen dieser Götter in Wahrheit eben dem entspricht, was die Namen besagen („Erreger“, „Gebetsherr“), und daß hier keineswegs mythologische Synonyma von irgend etwas anderem (Sonne, Mond) vorliegen: worüber ich auf oben Angeführtes zurückverweise¹).