Die Religion des Veda c7.s1.24
Die Religion des Veda c7.s1.24
- Language
- German
c7.s1.24
Die Wesensgleichheit Agnis mit der Sonne, genauer die Geltung der Sonne als einer Erscheinung Agnis ist ein unzweifelhaft vedisches Dogma. Agni „steht mit seinem Glanz da, als Sonne die Männer über ihre Wohnsitze verbreitend“. „Agni mit hellem Glanz leuchtete mächtig als Sonne; am Himmel als Sonne leuchtete er.“ „Agni, deine Strahlen, die in der Sonne sind, die mit des Sonnenaufgangs Strahlen sich über den Himmel breiten“ usw.¹). Aber es ist verhältnismäßig selten, daß dieser Seite von Agnis Wesen Erwähnung geschieht. Es gehört sozusagen zur Vollständigkeit der ihm zukommenden Titulatur, doch eben nur zu dieser, ihn wie in anderen Gestalten so auch als die himmelgeborene Sonne zu verehren: gewöhnlich ist Agni das irdische Feuer, das mit der Sonne am Himmel vielmehr verglichen als ihr gleichgesetzt wird. „Im Herzen“, wird gesagt, „schuf Varuna den Willen, im Wasser den Agni, die Sonne am Himmel, auf dem Felsen den Soma“ (V, 85, 2): — man sieht, wie dem ohne Voreingenommenheit redenden Dichter die Sonne ein Wesen und Agni ein anderes, vom Schöpfer an eine andere Stelle gesetztes ist. Die Sonne war doch allzusehr eine Potenz für sich, als daß die Auffassung von ihr als Feuer erheblichere Bedeutung hätte haben können.
Cites (1)
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit