Pramāṇa · Search · About · API

Die Religion des Veda c7.s1.44

Die Religion des Veda c7.s1.44

Language
German

c7.s1.44

Den Weg zur Ermittlung dieser Seite am Wesen der Wasser, vermöge deren sie eine Heimat des Agni darstellen, scheint mir die schon in indoiranischer Zeit stehend gewordene¹ Verbindung „Wasser und Pflanzen“ anzuzeigen. Wie die Wasser, so sind auch die Pflanzen — die Hölzer, aus denen das Feuer gerieben wird — Heimat Agnis, und der Veda liebt es, gerade auch in Beziehung auf Agnis Wohnsitze Wasser und Pflanzen oder Wasser und Wälder zusammenzustellen². Er gibt aber an einigen Stellen noch deutlichere Fingerzeige über die Art dieser Beziehung³). „Der Sprößling der Wasser ist in die fruchttragenden Pflanzen eingegangen.“ „In den Wassern, Agni, ist deine Stätte; in den Kräutern steigst du empor.“ „Wenn er vom höchsten Vater hergebracht wird, steigt er . . . die Pflanzen empor in seinen Behausungen⁴.“ Vom „höchsten Vater“, dem Himmel, kommt das Wasser hernieder; aus dem Regen und dem ihm wesensgleichen Wasser der Erde saugen die Pflanzen ihre Nahrung auf. Die Pflanzen sind ja die „erstgeborene Essenz der Wasser“, „Wasser ist ihr Wesen“⁵); im Wasser also muß die Kraft latent enthalten sein, die aus dem Holz der Pflanzen als Feuer hervorbricht. Kehrt dann das Feuer wieder als Rauch, also als Wolke, zum Himmel zurück, so ist der Kreislauf geschlossen, den ein Vers des Ṛgveda deutlich beschreibt: „Dasselbe Wasser geht hinauf und herab im Lauf der Tage: die Erde schwellen die Regengüsse; den Himmel schwellen die Flammen Agnis“ (I, 164, 51). Es geht diesen Vorstellungen parallel und erläutert sie, wenn das Amṛta, die lebenverlängernde Kraft, die in den Pflanzen wohnt und die man mit dem Pflanzensaft dem Kranken zu genießen gibt, aus dem Samen Parjanyas des regnenden Gottes hergeleitet wird¹).