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Die Religion des Veda c7.s1.7

Die Religion des Veda c7.s1.7

Language
German

c7.s1.7

Bei aller Neigung des Veda, Agnis Bedeutung zu steigern, scheint doch hier und da aus der Ausdrucksweise der Hymnen herauszuklingen, was in der Tat ohne Zweifel die Anschauung einer sehr alten Zeit gewesen ist, daß er, der vorzugsweise auf Erden, in den menschlichen Wohnungen sein Wesen treibende Dämon, den eigentlichen Göttern, den „Himmlischen“ nicht vollkommen gleichstand¹). Wenn er der Bote der Götter heißt, wenn gesagt wird, daß die Götter ihn in den menschlichen Wohnungen niedergesetzt, ihn zum Opferdienst angestellt und ihm als Lohn dafür ewige Jugend verliehen haben, oder auch selbst wenn Ausdrücke von ihm gebraucht werden wie daß er, der Sohn der Götter, zu ihrem Vater geworden sei²): immer erscheint er der kompakten Masse der „Götter“ gegenüber in einer gewissen Sonderstellung. Vor allem aber ist bemerkenswert, daß Agni an dem vornehmsten Trank der Götter, dem Soma, so gut wie keinen, ursprünglich gewiß keinen Anteil hat. So oft von ihm gesagt wird, daß er den Menschen segnet, der ihm Brennholz, Opferbutter, Anbetung bringt, so seltene Ausnahme ist es, daß der Fromme als den Soma für ihn bereitend erscheint³). Darf man nicht annehmen, daß, als Agni zu seiner vollen göttlichen Bedeutung gelangte, die Grundordnungen des Somaopfers bereits feststanden?