Pramāṇa · Search · About · API

Die Religion des Veda c7.s1.85

Die Religion des Veda c7.s1.85

Language
German

c7.s1.85

Wesentlich verschieden vom Mythus des Feuerbringers Mātariśvan ist die Vorstellung von der Feuereinführung durch die Bhṛgus. Der Schauplatz des Vorgangs ist dort, wenn auch die priesterliche Dichtung des Veda begreiflicherweise den Opferplatz, den „Sitz des Vivasvant“, nicht beiseite läßt, im Grunde doch das Universum; hier handelt es sich vielmehr um die Verbreitung des Feuers, speziell des Opferfeuers, durch ein altes sagenhaftes Priestergeschlecht in den menschlichen Wohnsitzen. Vom Himmel holen die Bhṛgus es nicht; wo vom Ort die Rede ist, an dem sie das Feuer finden, wird die „Stätte der Gewässer“ genannt. „Dich haben die Bhṛgus unter den Menschen hingesetzt . . . als Priester (*hotāram*), Agni, als erwünschten Gast.“ „Den die Bhṛgus erregt haben, den schatzreichen, an der Erde, der Welt Nabel ³), in seiner Größe . . .“ „Die frommen Dienst taten sind seinen Fußspuren an der Stätte der Wasser nachgegangen wie verlorenem Vieh. Den heimlich Verborgenen fanden die Uśij ⁴), die weisen Bhṛgus suchend in Andacht.“ „Dich haben mit Lobliedern die Bhṛgus entzündet ⁵).“ Daß die Phantasie vedischer Dichter gelegentlich Mātariśvan als den Herabholer des Feuers und die Bhṛgus als seine uralten Pfleger und Verbreiter untereinander in Verbindung bringt, etwa so daß Mātariśvan das Feuer den Bhṛgus holt¹), kann nicht befremden, kann aber auch nicht über die verschiedene Natur der beiden Vorstellungskreise täuschen.