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Die Religion des Veda c7.s2.129

Die Religion des Veda c7.s2.129

Language
German

c7.s2.129

Daß Trinkabenteuer und Liebesabenteuer aller Art für Indra erfunden oder auf ihn übertragen wurden, ist selbstverständlich. Ehrliches Staunen über den gewaltigen Zecher — der übrigens ein ebenso gewaltiger Esser ist ¹) — bleibt nicht ohne Beisatz von Humor. Freund Agni brät für Freund Indra dreihundert Büffel, und dazu „trank Indra den gepreßten Soma des Manu, drei Teiche voll auf einmal, den Vṛtra zu töten“ (V, 29, 7). Doch nicht jeder Rausch ist dem mächtigen Trinker wohl bekommen: das zeigt die Geschichte von Namuci (oben S. 157). Auf ein anderes Trinkabenteuer deutet vielleicht ¹) der Halbvers: „Die gewaltigen Somasäfte haben dich (Indra) aufgeregt. Von Pūṣan begleitet erfreutest du dich des Trunks, Schwinger des Vajra, zusammen mit deiner Gattin“ (I, 82, 6). — Galante Fahrten Indras treten im Veda weit hinter den Abenteuern des Trinkers zurück. Ihre Spur aber haben doch auch sie zurückgelassen. So wird Indra in einer alten Litanei als „Buhle der Ahalyā, Brahmane vom Kauśikageschlecht, der sich Gautama nennt“ angerufen; das Rāmāyaṇa hat die Erzählung aufbewahrt, wie Indra der Ahalyā in der Gestalt ihres Gatten Gautama genaht ist ²). Gewiß hat auch die älteste Zeit genug Geschichten dieser Art besessen, wie sie in den späteren Texten vielfach begegnen ³). Als Naturmythen werden jene Erzählungen schwerlich zu deuten sein. Bedürfen sie überhaupt einer Erklärung? Wie sollten Erlebnisse, die für die Menschen selbstverständlich waren, dem Gott gefehlt haben?

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