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Die Religion des Veda c7.s2.138

Die Religion des Veda c7.s2.138

Language
German

c7.s2.138

Indras Charakter. Der Schwank vom nichtsnutzigen Affen und den schlimmen Geschichten, die Herrn und Frau Indra mit ihm passiert sind, beschließe unseren Überblick über die hauptsächlichsten Indrasagen. Wir fassen nur noch mit wenigen Worten das Bild des vedischen Indra zusammen. Er ist der Größte der Großen, der Stärkste der Starken, stiergleich; er ist heftig und gutmütig, wenn bei Laune unerschöpflich freigebig, Trinker und Dreinschläger, lärmend, Staub aufwirbelnd, alles kurz und klein schlagend. Er ist Freund seiner Freunde und Feind seiner Feinde: der Freund vor allem der Großen und Mächtigen, sofern sie freigebig opfern. Indra ist nicht der Herr und auch nicht der Diener eines ungeheuren Weltplanes oder des ewigen Rechts¹); ebensowenig ist er ein Erzieher der Menschheit zur Ordnung, Sitte und Kunst. Aber doch ist es sein starker Arm, der den Menschen höchste Güter gebracht hat: das befruchtende Wasser, das Licht, die Nahrungsfülle der Kühe. Man ruft ihn um Macht und Sieg an; er steht im Mittelpunkt des Kultus, der an den heiligen Feuern fürstlicher Opferherren getrieben wird. Auch im kleinen Kultus des täglichen Lebens, bei den Handlungen für das Gedeihen von Haus und Nachkommenschaft, von Herden und Feldern begegnet Indra oft genug — wie könnte das anders sein? — aber die Indraverehrung hat hier doch nicht ihre eigentliche Heimat. Ihr Element ist Krieg und Siegesglanz und der Somarausch prunkvoller Opfer mit Scharen betender, singender, hantierender Priester, mit reichem Opferlohn von Rossen und Wagen, von Herden und Gold. —