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Die Religion des Veda c7.s2.37

Die Religion des Veda c7.s2.37

Language
German

c7.s2.37

Für weniger wahrscheinlich halte ich eine andere Deutung des Mythus, die neuerdings geschickt verfochten worden ist²). Vṛtra wäre der Winter- oder Eisriese, der die Ströme gefesselt hält — natürlich nicht in indischem Klima, sondern in nördlicherer Heimat des Mythus —, Indra der Sonnengott, der die Flüsse von den eisigen Banden befreit. Für diese Deutung spricht in der Tat, daß sie die Flüsse des Mythus wirkliche, irdische Flüsse sein läßt. Aber wird dieser Vorzug nicht durch die Momente überwogen, die oben zugunsten der Gewitterhypothese angeführt sind? Wo finden wir in den Mythologien ein so starkes Interesse für die Eisschmelze? Paßt Indras Erscheinung zu der eines Sonnengottes? Der wasserumschließende Berg, der in der Geschichte vom Vṛtrakampf eine so große Rolle spielt und sich für die Gewitterdeutung leicht als aus der Vorstellung der Wolke hervorgegangen erklärt, wäre er nicht, wenn es sich um gefrorene und auftauende Flüsse handelte, eine müßige, unverständliche Zutat¹)? Von Bedeutung für die Entscheidung zwischen beiden Hypothesen wäre es, wenn eine Vermutung²) sich bestätigt, nach welcher der awestische Dämon Apaosha (in Wahrheit *ap-vurta*) in indischer Transliteration einem \**ab-vṛt(a)* „Einschließer der Wasser“ gleichzusetzen und als ein awestischer Vṛtra aufzufassen wäre. Wie Apaosha überwunden ist, erheben sich Wolken und Winde; Regen, Wolken, Hagel breiten sich über die Lande aus (Yt. VIII, 33): das Luftreich also, nicht die Erde würde im Awesta der Schauplatz jenes Einschließens sein, von dem Vṛtra den Namen hat.

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