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Die Religion des Veda c7.s2.41

Die Religion des Veda c7.s2.41

Language
German

c7.s2.41

Vielleicht sind doch auch im Ṛgveda wenigstens Reste und Spuren der alten, auf Gewitter und Regenströme zielenden Anschauung zu erkennen: wobei freilich nicht übersehen werden darf, daß zufällige Ausschmückungen, rein momentane Einfälle der einzelnen Dichter an mancher Stelle ununterscheidbare Ähnlichkeit mit solchen Spuren annehmen konnten und mußten. Ein Sänger, der sich mit Indra identifiziert, sagt: „Ich gab Regen dem Sterblichen, der mich verehrte“; im Zusammenhang der Wasserbefreiung wird in einem jungen Liede der Ausdruck „himmlische Wasser“ gebraucht. Bei seinem Donnern, heißt es, zittert das Feste und das Bewegliche; den Donner hat er in Vṛtras Kinnbacken geschleudert; er hat die unvergleichlichen Geschosse des Himmels erzeugt. Indra hat die Schlange von den weiten Flächen, er hat sie aus dem Luftreich weggeblasen, von Erde und Himmel sie hinweggeschlagen¹). Das Gewicht der Hindeutungen auf die Gewitternatur des Vṛtrakampfs, die in solchen Äußerungen immerhin liegen können, wird man doch nicht eben hoch anschlagen, wenn man ihre Seltenheit in der ungeheuren Masse der Indralieder erwägt und bedenkt, wie oft im Ṛgveda Macht und Taten jedes Gottes gelegentlich auch in Zügen ausgemalt werden, die seiner eigentlichen Gestalt fremd sind.