Die Religion des Veda c7.s2.60
Die Religion des Veda c7.s2.60
- Language
- German
c7.s2.60
Fragen wir nun nach der Deutung der Erzählung, so treten, scheint es, zunächst die beherrschenden Motive ihrer ṛgvedischen Gestalt klar zutage. Hauptpersonen sind vor allem die menschlichen und göttlichen Prototype des Priestertums: die Väter der Priestergeschlechter und der vergöttlichte Idealpriester Bṛhaspati. Ihnen gegenüber die Prototype der Priesterfeinde, der nicht opfernden und den Priestern nichts gebenden Geizhälse. Und zwischen beiden ein Kampf um eben den Besitz, den der vedische Priester vom Reichen erwartet und der Paṇi ihm vorenthält, um den Besitz der Kühe. So ist die Erzählung eine Ausführung des Themas, daß die Götter es nicht dulden, wenn man den Betern und Opferern den Kuhreichtum verschließt. Einige Stellen des Ṛgveda lassen in der Tat diese Moral der Geschichte recht deutlich hervortreten¹). „Den Frommen führen die Götter vorwärts; wer heiliges Wort liebt, den erwählen sie wie Freier . . . Unangefeindet weilt man in deinem (Indras) Gebot und gedeiht; herrlich ist deine Hilfe dem Opfernden, dem Somapresser“ — sagt ein Dichter und erzählt dann als Beispiel dieser göttlichen Hilfe, wie die Angiras, die das Feuer entzündet hatten und frommem Tun oblagen, allen Besitz des Paṇi gewonnen haben (I, 83, 2ff.). Und an einer anderen Stelle heißt es von Indra: „Abgewendet dem, der nicht Soma preßt, ein Freund der Presser . . . Er holt des Paṇi Nahrung zusammen zur Beute und teilt seinem Verehrer den reichlichen Besitz aus“ (V, 34, 6f.).
Linked texts (1)
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit