Die Religion des Veda c7.s3.24
Die Religion des Veda c7.s3.24
- Language
- German
c7.s3.24
Wie aber im Veda Mitra und Varuṇa in einer steten Verbindung auftreten, für deren Alter das Götterpaar *mi-it-ra u-ru-w-na* von Boghazköi (siehe oben S. 24) eine außerindische, freilich kaum notwendige Bestätigung liefert, so finden wir auch im Awesta Mithra als Glied eines Paares, bei dem genau wie bei Mitrā-Varuṇā die Form des dualischen Kompositums die Verbindung als eine wesentliche, dauernde kennzeichnet¹). Es ist das Paar Mithra-Ahura oder Ahura-Mithra²), die beiden großen, gefahrentnommenen Götter, Freunde des Aša (vgl. S. 195). Kein Vedaleser kann die awestischen Stellen betrachten, ohne die Gleichwertigkeit dieses Paares und des vedischen von Mitra-Varuṇa, den beiden Herren des Ṛta, mit unmittelbarer Evidenz zu empfinden. Eben Varuṇa ist es ja, der vor allen andern vedischen Gottheiten die Bezeichnung Asura (= iranisch Ahura) stehend führt. So ergibt sich die Entsprechung Varuṇas und des großen Ahura der Zarathustrier, d. h. des Ahura Mazda³). Wie könnte man es auch anders erwarten?