Die Religion des Veda c7.s3.34
Die Religion des Veda c7.s3.34
- Language
- German
c7.s3.34
Daß mit dem Paar von Mitra-Varuṇa noch weitere, minder bedeutende Ādityas zusammengehören, steht als Tatsache in der vedischen Überlieferung ebenso fest, wie innerhalb des vedischen Anschauungskreises jede Motivierung hierfür versagt: es ist klar, daß hier ein auf fernere Vergangenheit zurückgehendes, aus deren Vorstellungen zu erklärendes Erbteil vorliegt ²). Das würden wir auch unabhängig vom Awesta aus dem Veda allein schließen, und dem Vedaforscher könnte dies Wissen genügen. Aber es ist doch schwer hier an der Tatsache vorüberzugehen, daß eben an der Stelle, für welche der Veda auf das schon vorgeschichtliche Vorhandensein einer Anzahl kleinerer Götter hindeutet, im Awesta tatsächlich eine Gruppe von solchen erscheint. Es sind die sechs Amešaspenta ³), das Gefolge Ahura Mazdas, mit diesem, dem sie auf das innigste vereint sind, die Siebenzahl ergebend: vergöttlichte, man möchte sagen in blasse Lichtgewänder gekleidete Abstraktionen wie „das beste Aša“, „der gute Gedanke“. Ein Zusammenhang dieser Amešaspenta mit den Ādityas wird sich nun gewiß nicht in dem Sinn annehmen lassen, daß der auf beiden Seiten anzutreffende Vorstellungsinhalt mehr oder minder identifiziert werden könnte ¹). Aber die übereinstimmende Zahl der Gottheiten, ihr Zusammenschluß untereinander und mit demselben höchsten Lenker, Varuṇa oder Ahura Mazda, spricht dafür, daß die Zarathustralehre hier ihre Neuschöpfungen wenigstens auf dem überkommenen Grundriß aufgebaut und insofern eine gewisse Beziehung zu dem alten Vorstellungskreise bewahrt hat, von dem im Veda mehr erhalten ist ²).