Die Religion des Veda c7.s3.40
Die Religion des Veda c7.s3.40
- Language
- German
c7.s3.40
Die Gottheit, bei der eine solche Verknüpfung am sichersten nachgewiesen werden kann, ist nun offenbar Mitra. Das Awesta kennt Mithra als einen Lichtgott, „den seine Rosse fahren, die geistigen, weißen, strahlenden, hervorleuchtenden, heiligen, kundigen, keinen Schatten werfend, den Himmelsraum durchfliegend“. Er erscheint beständig mit der Sonne engst verbunden. Und so wird man unbedenklich die geringe Distanz, in der er sich von jener selbst befindet, auf die so geläufige Tendenz zurückführen, die den Gott unabhängig neben das Naturobjekt zu stellen strebt. Für die geradlinige Konkretheit des vorgeschichtlichen Denkens kann ein Gott kaum der Sonne so nah stehen wie Mithra, ohne eben Sonnengott zu sein (vgl. schon oben S. 47). Wozu denn von alten Zeugen das Awesta selbst stimmt, wenn da, wie es den Anschein hat, gesagt wird, daß seinen (des Mithra) Wagen, des lichten Sonnengottes, die Morgenröte lenkt¹); weiter keilschriftliche Dokumente, falls die Kombinationen richtig sind, die dort auf Gleichsetzung des Sonnengottes Dul-azagga mit Mi-it-ra hinführen sollen²). Von späteren Zeugen aber führt, wie bekannt, die Überlieferung der antik-klassischen Welt zum gleichen Ergebnis, von Strabos ἥλιον ὃν καλοῦσι Μίθρην bis zur unübersehbaren Menge der Inschriften, die dem *Sol invictus Mithras* gesetzt sind³).
Linked texts (1)
- Yašt — Avestan