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Die Religion des Veda c7.s3.6

Die Religion des Veda c7.s3.6

Language
German

c7.s3.6

Der Charakter Varuṇas und der Ādityas überhaupt faßt sich zusammen in der Vorstellung eines himmlischen Königtums, das alle Ordnungen der Welt verwaltet und dessen physische Erscheinung die Attribute höchsten Lichts, besonders des Sonnenlichts an sich trägt. „Lichtreiche Fürstlichkeit“ heißt es einmal kurz und bezeichnend (I, 136, 3). Der Titel König (*rājan*) oder Fürst (*kṣatriya*) wird zwar nicht ausschließlich, aber doch weitaus vor allen anderen Göttern diesen beigelegt; von Fürstlichkeit, schöner Fürstlichkeit, erhabenster Fürstlichkeit u. dgl. ist vorzugsweise bei ihnen die Rede²). Von ihrer besonderen Beziehung zum Ṛta, der physischen und moralischen Weltordnung, werden wir bald eingehend zu sprechen haben (S. 194 ff.). Vielleicht am deutlichsten tritt das Wesen dieser Götter hervor, wenn man sie neben Indra hält. Man glaubt neben einem Barbarengott die Götter einer höher zivilisierten Welt zu sehen. Dort ein übermächtiger Held, der etwas von einem göttlichen Raufbold an sich hat, der unergründlichste Trinker, nicht ohne humoristischen Anflug. Hier die ruhig leuchtende Erhabenheit eines heiligen, die Ordnungen des Kosmos bewahrenden, sündenstrafenden Königtums. „Der eine tötet die Feinde in den Schlachten; der andere schirmt die Gebote immerdar,“ sagt ein Dichter von Indra und Varuṇa¹).

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