Die Religion des Veda c7.s3.97
Die Religion des Veda c7.s3.97
- Language
- German
c7.s3.97
Und an einer anderen Stelle: „Die Milchkuh Aditi strotzt für das Recht (Ṛta), für den opferspendenden Menschen, o Mitra und Varuṇa“ (I, 153, 3). Im späteren Ritual ist die Anrede Aditi für eine im Zusammenhang der heiligen Handlungen auftretende Kuh gewöhnlich. Gibt der erste eben angeführte Vers den Schlüssel zu dieser Vorstellung? Das Wort „schuldlos“ deutet ja auf ein stehendes Aditimotiv¹). Betont der Redende seinen Gegensatz zu Tötern der Kuh (vgl. ebendort v. 16) — als von keiner Schuld gefesselt habe die Kuh Anspruch auf freies Leben? An ähnliches könnte auch im zweiten der erwähnten Verse gedacht sein: die Kuh soll dem Ṛta dienen, für das Opfer ihre Milch geben; zu ergänzen wäre: fesseln und schlachten soll man sie nicht. Ich halte doch nicht für gewiß, daß wir damit die vollständige Motivierung jener Identifikation in Händen haben. Mehrfach werden die Gottheiten aufgezählt als die „himmlischen, irdischen, kuhgeborenen, zum Wasser gehörenden“, oder auch als die „himmlischen, irdischen, kuhgeborenen, die opferwürdigen“: demgegenüber an einer anderen Stelle als „die opferwürdigen, die von der Aditi und aus den Wassern, aus der Erde geborenen“²). Blickt hier eine alte, sehr tiefer Stufe der mythischen Bildungstypen angehörende Göttin Kuh durch, welche Mutter der himmlischen Lichtwesen war und sich dann, als ein späteres Zeitalter der neuen Göttin Freiheit diese Mutterwürde übertrug, mit ihr identifiziert hat?
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- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit