Die Religion des Veda c7.s6.144
Die Religion des Veda c7.s6.144
- Language
- German
c7.s6.144
Vor allem aber gehören zu den göttlich beseelten Wesen die Pflanzen und Bäume, insonderheit die großen Bäume, die „Waldesherren“⁵). „Reich an Süßigkeit sei uns der Waldesherr,“ betete man. „Mit den Waldesherren vereint schütze uns die Erde,“ heißt es in einem Vers, in dem auch neben dem Himmel die Pflanzen angerufen werden¹). Zu Gebeten an Pflanzen und Bäume gab insonderheit die Verwendung von Pflanzen und Substanzen, die von Bäumen gewonnen waren, als Arzneien, Amulette u. dgl. Anlaß²). Man nennt die Pflanze, die so verwandt wird, „Göttin, geboren auf der Göttin Erde“. „Kräuter, so rede ich euch an, Mütter, Göttinnen: möge ich ein Roß, ein Kind, ein Kleid gewinnen und dein Leben, du Mann“ — offenbar das Gebet eines priesterlichen Arztes, der für Errettung des Kranken die anderen genannten Dinge als Belohnung erwartete. „Die Kräuter,“ heißt es im selben Zauberlied, „unterreden sich mit Soma, ihrem König: wen ein Brahmane behandelt, den bringen wir durch, o König“³). Dem Baumkult rechne ich es zu⁴), wenn man beim Tieropfer dem hölzernen Pfahl, an den das Opfertier gebunden wurde, Verehrung brachte; der Pfahl repräsentiert den in ihm enthaltenen Baum und somit ein göttliches Wesen. Schon beim Fällen des Baums kam die Rücksicht auf das geschädigte Leben zum Ausdruck; man legte, wo man hinhauen wollte, einen Grashalm unter mit dem Spruch: „Kraut, beschütze ihn,“ und sagte zur Axt: „Axt, verletze