Die Religion des Veda c7.s6.15
Die Religion des Veda c7.s6.15
- Language
- German
c7.s6.15
Viṣṇu spielt im Veda eine durchaus nebensächliche Rolle²). Die Tat, die im Mittelpunkt seines Mythus steht und diesen nahezu erschöpft, ist das Durchmessen der Welt mit den drei Schritten, das Hervorbringen seiner dreifachen Fußspur¹). „Dreimal ist ein Gott ausgeschritten, ein weitdringender, da wo die Götter Freuden genießen.“ „Dreimal ist dieser Gott über diese Erde ausgeschritten ... Über diese Erde ist Viṣṇu ausgeschritten dem Menschen zum Wohnsitz verhelfend ... weites Wohnen hat er geschaffen.“ „Über das Irdische ist er mit drei Schritten weit hingeschritten zu weitdringendem Leben. Zwei Schritte des Sonnengleichen erblickend regt sich der Sterbliche; an den dritten wagt sich keiner, auch nicht der Flug der geflügelten Vögel.“ „In seinen weiten drei Schritten wohnt alles was ist.“ „Er, der die dreifache Welt, Himmel und Erde allein hält, alles was ist“²). Der dritte Schritt führt zu der Stätte, an der Viṣṇu „jenseits dieses Luftraums waltet“: „diese höchste Fußspur Viṣṇus erblicken immerdar die Freigebigen³) wie das Auge, das am Himmel ausgebreitet ist“⁴). Die Vorstellungen darüber, wo diese Schritte vor sich gegangen sind, stehen, wie schon das Angeführte zeigt, nicht fest. Bald ist der Gott dreimal über die Erde hingeschritten; bald hat er die Schritte dort getan, wo die Götter ihre Freuden genießen; bald scheinen die drei Schritte zur dreifachen Welt (Erde, Luftreich, Himmel) in Beziehung zu stehen⁵): hervor tritt doch die Vorstellung, daß der dritte Schritt ein eigenartiger, erhabenster ist, daß er in geheimnisvolle höchste Höhe führt.
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- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit