Die Religion des Veda c7.s6.22
Die Religion des Veda c7.s6.22
- Language
- German
c7.s6.22
Man möchte glauben, daß Viṣṇus Tat der drei Schritte nicht für sich allein sozusagen in der Luft stand, sondern in einen Zusammenhang gehörte, durch irgendwelche Geschehnisse motiviert war, einem Zweck diente. Jüngere Vedatexte, auch das Rāmāyaṇa¹), legen die Vorstellung nah, daß durch jene Schritte feindlichen Wesen die Welt abgewonnen ist, daß vielleicht schon die ṛgvedische Zeit in Viṣṇu den anscheinenden Zwerg sah, dem man unvorsichtig gewährte, was er mit drei Schritten durchschreiten würde, der dann zu ungeheurer Größe anwachsend mit diesen Schritten das Universum durchmaß, um es so sich und den Seinen anzueignen. „In seinen weiten drei Schritten wohnt alles, was ist“; „er hat diese Erde durchschritten zum Wohnsitz dem Menschen verhelfend“; seine Schritte gehen da vor sich, „wo die Götter ihre Freuden genießen“, heißt es im Ṛgveda (I, 154, 2; VII, 100, 4; VIII, 29, 7): scheint darin nicht zu liegen, daß eben durch seine Schritte allen Wesen, auch den Göttern jene Stätten erworben sind?
Linked texts (2)
- Ṛgvedasaṃhitā — Sanskrit
- Vālmīkirāmāyaṇa — Vālmīki, Sanskrit